Zu meiner Person:

Lieber Gast,

 

Du findest in der ersten Hälfte dieser Seite die Klassiker wie Erfahrungen und beruflicher Entwicklung. Wenn Du darüber hinaus noch persönlichere und tiefergehende Informationen über mich haben möchtest, kannst Du danach einfach weiterlesen. 

 

Ich bin Ostfriese. Auch wenn damit schon fast alles gesagt ist, hier noch einige Rahmeninformationen dazu:

 

  • Jahrgang 1979
  • Verheiratet, zwei Kinder
  • Wohnhaft in Northeim (Südniedersachsen)

Beruflicher Werdegang:

  • 1996 - 1999:  Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten (AOK)
  • 2001 - 2004:  Fortbildung zum AOK-Betriebswirt
  • 2003:              Ausbildereignungsprüfung
  • 2006 - 2013:  Nebenberuflicher Dozent am Bildungszentrum der AOK Niedersachsen
  • 1999 - 2010:  Privatkundenberater im Außendienst 
  • 1999 - 2013:  Vielfältige Fortbildungen im Vertrieb
  • 2010 - 2013:  Handwerksbeauftragter für die Region Süd-Niedersachsen
  • seit 2013:      Personaltrainer und Coach bei der AOK Niedersachsen (in Teilzeit)
  • seit 2015:      Business-Coach (IACC)
  • seit 2016:      Mental-Coach

Auch nebenberuflich war ich aktiv:

  • 1996 - 2010:  Diverse Ausbildungen innerhalb der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH)
    • Ausbildung zum Breitenausbilder (Erste-Hilfe-Trainer)
    • Ausbildung zum Fachausbilder Sanitätsdienst
    • Ausbildung zum Lehrbeauftragten (Trainer) für pädagogische Schulungen
    • Grundausbildung und Fortbildungen in den Bereichen
      • Sanitätsdienst
      • Katastrophenschutz
      • Krisenintervention

 

 

 

Und es geht doch… 

 

Was treibt mich eigentlich an? Dafür ist ein Blick in meine ganz persönliche Geschichte hilfreich…

 

Der Familienüberlieferung zufolge war es keine Selbstverständlichkeit, dass ich das Licht der Welt erblicken durfte. Im Laufe der Schwangerschaft meiner Mutter wurde ihr im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung mitgeteilt, dass „nur noch Matsch“ da sei und eine Ausschabung gemacht werden müsse. Gesagt, getan. Die Nachsorgeuntersuchung hingegen fand bei einem anderen Arzt statt, der meiner Mutter zu einer vorangeschrittenen Schwangerschaft gratulierte. Dieses sei ja nicht möglich, erwiderte meine Mutter und berichtete von den Vorgeschehnissen. Davon musste sich der Arzt erst selbst überzeugen und forderte dann Berichte der bislang behandelnden Ärzte an. So scheint es, dass mein erstes Lebensthema das blanke Überleben war…

 

Der Arzt wies darauf hin, dass ich natürlich schwerstbehindert sein könnte, wenn ich denn zur Welt käme und ob meine Eltern das Risiko eingehen wollen würden. Sie wollten, Gott sei Dank, und so kam Ende 1979, abgesehen von Segelohren ein kerngesundes, fröhliches Baby auf die Welt.

 

Und diese Lebensfreude, dieser unfassbar starke Überlebenswille prägten mein Leben bis heute, denn die Herausforderungen hörten nach der Geburt nicht auf. Mein Vater gönnte sich neben Alkhohol und Nikotin auch einen starken Hang zu Spielautomaten – eine Sucht, die ihn sogar bis kurz vor seinem Tod begleitete und viel Leid über uns und nahestehende Menschen brachte. Dass er dazu nicht mit Geld umgehen konnte, machte die Sache nun auch nicht wirklich besser.

 

Und mittendrin ein Baby, das trotz aller Spannungen in die Welt lächelte.

 

Da es zu Hause durchaus von Spannungen wimmelte ging ich gerne in Kindergarten und Schule. Ich war gern unter Menschen und wenn es ging mittendrin, statt nur dabei. Im Laufe der Jahre zeichnete sich dennoch ab, dass dieser Familienrahmen nicht spurlos an mir vorübergegangen war. Bereits als Kind verfolgten mich Albträume, später entwickelte ich Schulangst. Irgendwann als Teenager kamen noch Verlustängste und Panikattacken dazu, die ich vor meiner Familie verheimlichte, da ich wohl unbewusst dachte, wenn ich jetzt auch noch schwächel, bricht hier alles zusammen. Zwischenzeitlich war nämlich mein jüngerer Bruder auch junger Heranwachsender und testete sich an den ersten Drogen und ersten psychischen Problemen aus.

 

Mein Vater entzog dem Ganzen irgendwann, in dem er wegen diverser Betrugsdelikte mehrfach in den Knast wanderte. Somit übernahm ich natürlich auch ein stückweit die Rolle des Erziehungsberechtigten für meinen jüngeren Bruder… Natürlich fühlte ich mich auch gut dabei, so wichtig zu sein.

 

Über Jahre gab es körperliche Symptome, wie Schluckbeschwerden oder plötzliche Schwindelattacken, die sich dann Mitte 20 in Depressionen und Panikattacken wiederspiegelten. Mein Vater war tot und meine Mutter und mein Bruder hatten ihren Weg einigermaßen gefunden. Ich wurde als Familienanführer nicht mehr gebraucht und meine Psyche schrie das erste Mal deutlich nach Hilfe. Schon damals war einer meiner stärksten Antreiber „Sei stark!“ Also nahm ich einige Zeit Tabletten und machte eine halbherzige Psychotherapie. Nach eineinhalb Jahren war wieder soweit, dass es weitergehen konnte.

 

Ich heiratete und lies mich kurz darauf wieder scheiden. Heute weiß ich, dass eine ziemlich jede Beziehung mit mir hätte scheitern müssen - bei den ganzen ungelösten Lebensthemen. Damals wusste ich es noch nicht und vor allem nicht besser.

 

Die erste wesentliche Wende brachte ein Aufenthalt in der Commaunité de Taizé in Frankreich. Eine Woche in einer Art Jugendlager. Eine Woche, die mein Leben veränderte. Dort hatte ich eine unglaublich intensive Glaubenserfahrung, dort spürte ich etwas wie Seelenfrieden. Ich hatte drei Themen mitgebracht:

 

      1)     Gibt es einen Gott?

      2)     Frieden mit meinem Vater finden.

      3)     Für eine neue Frau beten.

 

Das erste Thema wurde mit einem sehr großen JA beantwortet. Unbeschreiblich, daher belasse ich es dabei. Frieden fand ich in der Woche, sehr großen Frieden sogar. Mit meinem Vater nicht, allerdings war das auch nicht der Frieden, der mich wirklich voranbringen würde, aber das erfuhr ich erst Jahre später.

 

Und dann eine neue Frau. Obwohl meine Trennung erst ein halbes Jahr her war, wusste ich, dass ich nicht alleine bleiben möchte. Also bat ich Gott, dass er mir eine Frau über den Weg senden möge, mit der ich meinen Lebensweg beschreiten möge. Und damit ließ es in der Woche auch sein, denn ich war so in meiner neu entdeckten Spiritualität gefangen, dass ich für Frauen nur wenig Sinn hatte.

 

Als wir dann im Bus für die Rücktour saßen, kam eine liebe Freundin auf mich zu und gab mir einen kleinen Zettel, auf dem ein Name, eine Handynummer und eine Emailadresse von einer Frau standen. Es war, als wenn Gott mir sagen wollte – nun glaub´s doch endlich...

Mit dieser Frau nahm ich nicht nur Kontakt auf, sondern ich zog mit ihr zusammen, heiratete sie und zeugte eine kleine Tochter, die mit ihrem Entstehen den größten Umbruch in meinem Leben einleitete.

 

Wir machten eine sog. SAFE®-Kurs, bei dem es im Kern darum geht, werdenden Eltern hilfreiche Erkenntnisse aus der Bindungspsychologie sehr lebensnah näher zu bringen. Der Kurs wurde von einer Frau und einem Mann geführt. Bestandteil des Kurses war u.a., dass es ein 90-minütiges Einzelinterview gab, bei dem geschaut wurde, ob es lebensgeschichtlich etwas gäbe, was die gute Bindung zwischen Eltern und Kind beinträchtigen könnte. Und, Überraschung, das traf bei mir natürlich voll zu. Der Kursleiter, der mit mir dieses Interview führte, war zugleich auch Therapeut. Er empfahl mir, einen Therapeuten zu suchen, der auch vorgeburtliche Themen behandeln kann. Da diese im ländlichen Raum eher selten sind, bot er mir irgendwann an, therapeutisch bei mir aktiv zu werden. Ich wollte das und begab mich damit auf eine jahrelange Reise zu mir selbst und meinen dunkelsten Seiten meiner Seele.

 

Eigentlich war ich auf der Höhe meines Erfolges. Ich war verheiratet, meine Frau hatte nicht nur ein Kind mit in die Ehe gebracht, sondern war gerade schwanger und ich hatte endlich den Job, auf den ich schon so viele Jahre gewartet hatte – Trainer. Alles tutti. Eigentlich.

Leider ging es mir physisch und psychisch zunehmend schlechter und schlechter. Ich merkte es schon sehr früh, wollte es aber nicht wahrhaben. Nach außen verkörperte ich weiterhin -sei stark- den lebensfrohen Optimisten und innerlich baute ich immer mehr ab. Ich entwickelte immer mehr körperliche Symptome. Schwindel, Sehstörungen, Missempfindungen in der linken Körperhälfte, Brustenge, zunehmende Antriebslosigkeit und verschiedenes mehr.

 

Der Job und die Schwangerschaft tickten meine Themen an und zwar mit Macht. Zusätzlich Stress durch die Mehrfachbelastung. Sei stark. Mach weiter. Du darfst nicht aufgeben. Nach der Geburt meiner Tochter fing ich mir jeden Infekt ein, den sie sich einfing. Ich wurde schwächer und schwächer – egal – weiter – keine Schwäche zeigen. Ich muss für die Familie da sein! Meine Frau, die dies alles sah, bat mich, eine Reha zu machen, was ich auch tat. Zum Glück. Wäre der Rehatermin Anfang 2017 nicht gewesen, hätte ich mich einweisen lassen. Ich konnte nicht mehr…

 

Die Reha war dann einer der weiteren Wendepunkte in meinem Leben. Sechs Wochen psychosomatische Klinik. Eine tolle Klinik. Eine tolle Station. Hier kam ich mit dem in Kontakt, was gut tut, was wichtig war – nämlich mit mir. Ich machte Sport, ich nahm mir Zeit für mich. Klasse, sowas geht auch? Ich malte und musizierte, ich sang und ging spazieren. Ich unterhielt mich mit tollen und interessanten Menschen. Grundsätzlich einfache Sachen, die mir allerdings im Laufe der Zeit, aus guten Gründen, verloren gegangen waren.

 

Wieder zu Hause setzte ich vor allem folgende Sachen um: Sport, Ehrenamt runterfahren, Stunden reduzieren und progressive Muskelentspannung. Aus der progressiven Muskelentspannung wurde dann Meditation, eine wirkliche Bereicherung meines Lebens. Und die Therapie führte ich natürlich weiter.

 

Eine weitere Sache packte ich an, verwarf sie dann aber wieder. Ich wollte aus dem Trainerjob raus. Durch mein hohes Grunderregungsniveau war ich ohnehin nah an der Stress-Schwelle und durch zusätzliche Trigger in Job und Familie bestand die Gefahr des gefährdenden Dauerstresses. Mein Arbeitgeber fand keine Alternative, so dass ich im Sommer 2017 für drei Monate krank zu Hause blieb. Ich teilte mit, dass ich den Trainerjob nicht mehr machen könne. Aber auch weiterhin war keine Jobalternative da. Irgendwann fanden mein Arbeitgeber und ich eine Lösung, wie es als Trainer weitergehen soll. Meine Chefin wollte mich unbedingt zurückhaben, was mir die Entscheidung dann auch leichter machte. So blieb ich Trainer, was sich rückblickend auch als gut und richtig erwies.

 

Ich arbeitete wieder, die Symptome blieben. Nicht mehr so stark, aber sie waren präsent. Sie nervten mich. Ich wollte sie nicht. Sie behinderten mich. Eines Tages entdeckte meine Frau Familienaufstellungen für sich. Sie ging hin, war sehr angetan und fragte mich, ob dies nicht auch etwas für mich wäre. Ich weigerte mich erst, stimmte dann aber doch zu. Vielleicht half es ja. Meine erste Aufstellung war superemotional und kraftzehrend. Ich hatte eine Woche damit zu tun, um mich davon zu erholen. Aber sie war gut, erkenntnisreich und brachte mich voran. Die Zweite war dann einfacher und nicht mehr so aufwühlend. Dann machten wir noch eine schamanische Reise, um unser Krafttier zu finden. Auch sehr spannend und bereichernd.

 

Die Intensität der Symptome wurde geringer, aber sie blieben hartnäckig. Dann nahm ich an einer Lichtbehandlung teil. Klingt abgedreht und esoterisch, war allerding nach Taizé die beeindruckendste Erfahrung, da ich in Kontakt mit meiner wahren Energie kam. Allerdings brauchte ich hier fast zwei Wochen, um wieder in meine energetische Balance zu kommen. Auch hier war die Erfahrung spannend und hilfreich.

Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich mich so klar auf solche Behandlungsformate einlassen konnte, aber ich konnte es und es war gut so.

 

Eine weitere Station meiner Heilungsreise war eine schamanische Energiebehandlung von einem Heilerpaar. Das war höchstinteressant und brachte mir noch einige Teile, die ich für mein Lebenspuzzle brauchte. Seitdem geht es energetisch immer weiter bergauf. Nicht zuletzt deshalb, weil die grundlegenden Aktivitäten wie Meditation, Affirmationen, Sport, Therapie, Eigenreflexion und Weiterbildung konsequent weitergeführt wurden. Trotz allem.

 

Heute, im Januar 2020 kann ich sagen, dass ich Zeit meines Lebens noch nie so kraftvoll und gut aufgestellt war. Und ich bin dankbar. Für die großartigen Menschen, die ich auf meinem Weg kennenlernen durfte. Auch für die Erfahrungen, die offenbar gesammelt und erlebt werden wollten.

 

Dennoch gilt:  

 

„Ich bin noch lange nicht da, wo ich sein will, aber ich bin, Gott sei Dank, auch nicht mehr da, wo ich losgelaufen bin!“ -Joyce Meyer-

 

Und das ist auch gut so. Wir können im Leben nicht ankommen. Wir können Halt machen, durchtatmen, aber dann ruft der Lebensweg wieder. Das Leben möchte gelebt werden. Und da gehören alle Facetten dazu. 

 

Seit frühester Kindheit versuche ich andere Menschen zu unterstützen.  Das habe ich immer gemacht, sogar in den Zeiten, wo ich selberHilfe bitte nötig hatte. Ich habe heute einen großen Erfahrungsschatz aufgebaut, fachlich, wie auch menschlich. Ich habe bei mir gemerkt, dass das Versorgungssystem bei psychischen Schwierigkeiten und Herausforderungen weit unzureichend ist und möchte meine Erfahrungen teilen.

 

Und ich habe große Freude daran, Menschen bei ihrer Weiterentwicklung begleiten zu dürfen. Ich fühle mich einfach wohl und lebendig, wenn sich etwas positiv entwickelt und ich daran beteiligt bin. Ich bin wissbegierig und neugierig. Ich interessiere mich für Menschen und ihre Geschichten.

 

Und es geht doch! 

 

Sascha Eden